Lars und Beppo unterwegs: Die Alpenüberquerung 2023
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15 Min

Lars und Beppo unterwegs: Die Alpenüberquerung 2023

Inhaltsverzeichnis:


Die Vorbereitung

Endlich war es soweit. Nach langer Vorbereitung und viel Training brechen Beppo und ich zu unserer Alpenüberquerung auf. Es klingt so groß: Eine Überquerung dieses weitläufigen Gebirges, dass sich über sechs Staaten (mit dem Zwergstaat Liechtenstein ja eigentlich sieben) erstreckt.

Jedoch ist es in unserem Fall „nur“ eine lange Wanderung über insgesamt sechs Bergketten, die es täglich zu überwinden gilt. Die Herausforderung bei uns besteht darin, dass wir täglich etwa 1500 Höhenmeter hinauf, aber auch wieder herunter gehen müssen. Weil auf den Hütten oftmals Hunde nicht erlaubt sind, haben wir unsere Unterkünfte in den Tälern gebucht und deswegen sieht ein typischer Tag sehr simpel aus: Tal hinauf auf den Bergkamm, Tal hinab zur Unterkunft.

blick-ins-tal-blumen
(Bildbeschreibung: Ein freundschaftlicher Moment mit Blick in das Fimbatal bei der Heidelberg Hütte. Direkt zu unseren Füßen liegt die Grenze Österreich/Schweiz.)
Doch bevor wir uns daran wagen, haben wir wie gesagt viel geübt. In dem Mittelgebirge, in dem wir Zuhause sind (Zittauer Gebirge) gibt es einen steilen Aufstieg von etwa 450 Meter auf den höchsten Berg, die Lausche (793m). Dass alles ist natürlich ein Witz gegenüber den Dreitausendern, die uns auf unserem Abenteuer begleiten werden. Aber wenn man die Lausche drei mal hinauf und hinunter läuft, kann man einen Tag prima simulieren. Das taten wir sehr oft.

So verstrich die Zeit und einige davor ging es an die Feinplanung, besonders für Beppo. Futtershop.de unterstützte uns dabei und sponserte neben einem Notfall-Geschirr (falls Beppo sich verletzt und ins Tal getragen werden muss) auch Gelenk-Pellets, Kräuterpulver, Lupo Zeck und das altbewährte True Nature bei, damit wir sicher, kraftvoll und gesund an unser Ziel kommen. Für jeden Tag wog ich die benötigte Menge ab, natürlich angepasst an die Anstrengung. Statt 240g wie gewohnt bekam er etwa 290g.

1. Video: Sponsoring Paket kommt an

Der erste und zweite Tag

Da der Weg nach Oberstdorf für uns zu lang war, machten wir eine Pause über Nacht in der fränkischen Schweiz. Hier gönnten wir uns einen Schlafplatz in einer Gartenhütte, die eine nette Familie über das Internet anbot. Der Garten war eingezäunt und es war der pure Luxus, Beppo bei schönstem Sonnenwetter in dem Garten streunern zu lassen. 

Natürlich ließen wir es uns am folgenden Tag nicht nehmen, die fränkische Schweiz bei der Gelegenheit auch mal zu erkunden. Wir fuhren nach Königsstein, was in der Nähe unserer Unterkunft lag.

(Bildbeschreibung: Beppo in freudiger Erwartung, gedanklich schon auf dem Berg.)
Hier erkundeten wir die zerklüfteten Felslandschaften und die märchenhaften Mischwälder. Dann traten wir die Fahrt nach Oberstdorf an und als wir die ersten Berge der Alpen erblickten, klopfte mein Herz. Endlich war unsere Herausforderung, auf die wir uns so lange vorbereitet hatten, vor unseren Augen. Die Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln lassen immer wieder eine unerklärliche Sehnsucht nach Abenteuer aufflammen und dies mit meinem guten Kumpel Beppo zu erleben, erfreute mich am ganzen Körper.
Wir kamen in Oberstdorf an, wo mir Tobi seine Wohnung zur Verfügung stellte. Tobi kenne ich von meiner Weiterbildung zum Erlebnispädagogen und leider konnte er nicht persönlich anwesend sein, da er parallel mit einer Gruppe irgendwo in den Bergen unterwegs war.

2. Video: Oberpfalz, Fränkische Schweiz & Ankunft in Oberstdorf, Allgäu

Tag 3 – Die „Eingehtour“ auf den Schattenberg über Oberstdorf

Eine „Eingehtour“ bezeichnet eine Übungstour kurz vor dem eigentlichen Abenteuer. Damit meine ich eine Wanderung, in der sich möglichst alle Herausforderungen der nächsten Tage wiederfinden. Enge Steige, steile Anstiege, Geröll unter den Füßen und kleine Klettereien sollten sich möglichst darin wiederfinden, um sich einen Tag an die alpinen Verhältnisse zu gewöhnen.

(Bildbeschreibung: Das ist der Blick in das Wildental. Im Tal sieht man Mittelberg im Kleinwalsertal.)
Bezüglich Beppo wollte ich herausfinden, wie er mit den Anstiegen zurechtkommt, wie er auf die Hitze reagiert, wie seine Fußballen auf die spitzen Steine reagieren und wie er und ich zusammen im Berg harmonieren. Kurz und knapp: Ich wollte mich mit meinem Teampartner eingrooven.
(Bildbeschreibung: Beppo kühlt sich im Wildentalbach ab. Vor uns immer noch die Kemptener Scharte.)
Wir wählten hierzu den Schattenberg, der oberhalb der eindrucksvollen Skisprungschanze von Oberstdorf beginnt. Kurz danach geht es in einen dichten Wald, durch den sich ein sehr enger Steig schlängelt. Bisher keine Probleme. Danach ging es etwas flacher auf eine Waldebene mit einigen Aussichten, auf der wir eine erste Rast machten. Ich fütterte Beppo ein bisschen True Nature, teilte mir mit ihm einen Apfel und bereitete ihn auf den weiteren steilen Anstieg vor. Jetzt lag mehr und mehr Geröll auf unserem Pfad, was unserer beide Konzentration erforderte. Ich fand dabei heraus, dass wir viel sicherer unterweh sehr gut. Der Wald wich irgendwann den Latschenkiefern, die den beginnenden Bergkamm fast vollständig bedeckten. Wir kraxelten durch diese hindurch, bis wir auf 1700 Meter gelangten, wo ich beschloss, für heute genug geübt zu haben. Es ging wieder herunter und mit den Wanderstöcken und Beppo auf den engen Pfaden hatte ich alle Mühe, festen Tritt zu bewahren.
(Bildbeschreibung: Hier liegt die Kemptener Scharte vor uns, über die wir hinüber müssen.)
Auch hier lohnte sich unsere Eingehtour enorm, da wir uns am Ende mit den Erfordernissen einer längeren Tour auf rutschigem Untergrund vertraut machen konnten. Beppos Ballen machten auch den Abstieg gut mit und angekommen im Tal stieg die Vorfreude auf unseren morgigen ersten richtigen Tag der Alpenüberquerung ins Unermessliche. Ich kam wieder in meinem Zuhause auf Zeit in Oberstdorf an und auch Tobi kam Abends an, sodass ich mich mit ihm noch ein wenig updaten konnte. Was für ein Segen, Menschen zu kennen, die an einem so schönen Ort im Allgäu leben.

3. Video: Tag 3 der Alpenüberquerung

Tag 4 – Auf, auf ins Abenteuer: jetzt geht's wirklich los!

Jetzt gab es keine Ausreden mehr! Genug vorbereitet, jetzt geht es endlich los. 

Beppo und ich fuhren voller Tatendrang von Oberstdorf nach Mittelberg ins Kleinwalsertal. Hier startet unsere Route, die uns durch das enge Wildental führt. Das Wetter ist perfekt. Immer wieder ein Wechsel aus Wolken und Wind, der die aufsteigende Sommersonne in Zaum hält. Wir starten gegen halb sieben, um genug Zeit auf dem Weg zu haben. Vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall, der sich mutig von einer höher liegenden Talsohle in die Tiefe stürzt stiegen wir über die Baumgrenze, um die geröllige Umgebung zu erreichen. Hier geht es steil bergauf und unsere Trittsicherheit wird direkt auf die Probe gestellt.

(Bildbeschreibung: Hier sind wir schon höher, kurz vor der Kemptener Scharte, oberhalb des Wildentals.)
Doch wir haben Erfahrung mit losen Steinen auf engen Steigen, also wird diese Herausforderung dankend angenommen. Die Serpentinen auf lockerem, natürlichem Schotter entwickeln sich zu einem Klettersteigartigen Anstieg, der immer steiler wird. Ich mache Beppo von der Leine, denn bei einem Absturz ist die Gefahr des Mitreissens und Kontrollverlustes viel größer als dass Beppo sich hier von mir entfernen würde.
(Bildbeschreibung: Das ist Beppo bei der Abkühlung am Aufstieg zum Kaiserjoch. Hier hatte er viel mit Murmeltieren zu kämpfen, die seine Triebe nicht ruhen liessen.)
Ich werde nicht enttäuscht, denn Beppo scheint sich der Ernsthaftigkeit des Anstieges voll und ganz bewusst. Er reagiert perfekt auf mich und steigt jede Passage vor, während er daraufhin auf mich wartet. Von diesem immer noch recht wilden Streuner hätte ich so eine Disziplin auf Anhieb nicht erwartet. Das pusht mich umso mehr. Gemeinsam erreichen wir das Ende des Rappenalptals und durchschreiten nochmal ein kleines Stückchen Deutschland. Hier befindet sich übrigens der südlichste Punkt, am Haldenwanger Eck. Über einen weiteren Pass, den Schrofenpass überschreiten wir dann die Bergkette des Lechtals, einer der schönsten Täler Österreichs. Von hier aus geht es über saftige Wiesen – denn wir laufen jetzt auf der Südseite - hinab in ebenjenes Tal. Nach etwa sieben Stunden erreichen wir Warth, von wo wir aus versuchen, zu unserer Unterkunft zu trampen.
(Bildbeschreibung: Beppo, kurz bevor er True Nature bekommt auf der Mindelheimer Hütte.)
Leider nimmt uns niemand mit, sodass wir den Bus nehmen müssen. Fast schon überrascht darüber, wie glatt alles lief, kommen wir in unserer Unterkunft an, wo Beppo fürstlich für sein Verhalten mit True Natur belohnt wird. Für heute bewegen wir uns nicht mehr und deshalb legen wir uns in das Doppelbett und schauen schlechtes österreichisches Fernsehen. So sollte jeder Tag aussehen :)

4. Video: Orientierung mittels Kompass & schwindelerregende Höhen:

Tag 5 – Vom Lechtal über das Kaiserjoch nach Pettneu am Arlberg

Als ich die Augen früh morgens öffnete, stand Beppo bereits vor mir. „Los geht’s! Der Bus fährt gleich schon los!“, schien er mir wedelnd zu sagen. Er hatte recht, denn für unsere nächste Etappe mussten wir genau wie gestern ein kleines Stück mit dem Bus zum Ausgangspunkt fahren. Nach einem schnellen Frühstück – Ich etwas Brot, Beppo Markus Mühle – taten wir das dann auch und fuhren nach Steeg, dem Ausgangspunkt für unsere heute Wanderung durch das Kaisertal. Direkt ging es steil bergauf über einen versteckten Weg, den ich auf meiner Karte ausmachte. Nach einer Weile kam ich an eine steile Hängebrücke, wo ich das erste Mal unser Geschenk von Futtershop.de nutzen konnte. Da die „Hängebrücke Kienberg“ aus spitzen Stahlplatten bestand, konnte Beppo darauf nicht laufen. Es gab also keine andere Möglichkeit, als ihn in das Rettungsgeschirr zu hängen und auf dem Rücken zu tragen. Nach ein, zwei Testläufen direkt vor der Brücke befand sich Beppo sicher auf meinem Rücken und ich hob meinen Rucksack vorsichtig an, um ihn statt auf dem Rücken vor dem Bauch zu tragen. Mit vierzig Kilo auf den Schultern ging ich Schritt für Schritt über den 30 Meter unter uns tosenden Kaiserbach. Hier bot sich uns ein beeindruckender Anblick in die etwa 80 Meter breite, wilde und naturbelassene Schlucht. Auf der anderen Seite steckte ich Beppo wieder in sein gewohntes Geschirr und wir gingen zur Abwechslung mal über eine gepflasterte Straße bis in das Dorf „Kaisers“. Ab jetzt wurde es wilder und neben dem mittlerweile unmittelbar neben uns fließendem Kaiserbach gingen wir Richtung Ende des Kaisertals. Hier knickte unter dem Eindruck der beiden Gipfel der Pleisspitze zu unserer linken ein Steig nach rechts auf das Kaiserjoch ab. Ab jetzt ging es steil den Berg hinauf über Schneefelder bis zum Kaiserjoch.

(Bildbeschreibung:Der Blick vom Kaiserjoch zur Hochkarspitze)
Von diesem Sattel aus erhielten wir dann einen beeindrucken Blick auf das nächste Tal und wir sahen die ersten 3000er auf unserem Weg, in dessen Zentrum der Hohe Riffler thronte. Genau hier mussten wir am nächsten Tag vorbei. Doch erst einmal ging es über einen langen Abstieg – hier verlor ich leider meinen Sonnenhut – bis nach Pettneu am Arlberg in das Tal hinab. Wir gelangten in einen magischen Wald oberhalb von Pettneu, ehe wir wieder die Zivilisation erreichten und ein weiteres Mal den Bus bis zu unserer Unterkunft nahmen. 

Hier, bei unserem nächsten Boxenstop machte ich mich wieder an die gleichen Dinge wie schon gestern bei Beppo:

  • Pfoten prüfen, ob alles noch heile ist – Check. 
  • Nach Zecken absuchen – Check. 
  • Viel Markus Mühle füttern – Check. 
  • Die Couch im Hotelzimmer zu Beppos Liegewiese umwandeln – Check. 

Und nachdem auch ich mich mit Essen und einer Dusche versorgt hatte, regenerierten wir beide auf dem Bett, in Erinnerung an die schöne Bergwelt des heutigen Tages schwelgend.

5. Video: Tag 5 – Vom Lechtal über das Kaiserjoch nach Pettneu am Arlberg

Tag 6 – von Pettneu am Arlberg bis zur Edmund - Graf - Hütte

Das Panorama ist atemberaubend, da mittlerweile wenig bis gar keine Zeichen menschlicher Veränderungen im Gelände zu erkennen. Natürlich stört der Lift für die Anlieferungen zur Edmund – Graf Hütte ein wenig, aber ansonsten ist hier nur die pure, natürliche Bergwelt um uns herum. Beppo liebt es, badet immer wieder im links von uns fließenden Schmelzwasserbach, rutscht auf dem Schnee herum und leitet mich – als ob er der Wanderführer ist sicher bis zur Hütte hinauf.

(Bildbeschreibung:Ein reissender Schmelzwasserbach unterhalb der Edmund Graf Hütte und des Hohen Rifflers. Der erste Dreitausender auf der Tour.)
Wir lernen Fabian kennen, einen sehr jungen Hüttenwirt, der dieses Häuschen gepachtet hat. Er legt gerade etwas auf einen Grill, als er mich wissen lässt, dass die Saison noch nicht begonnen hat und er deswegen noch nichts einnehmen darf. Deswegen schenkt er mir ein Bier, welches ich in der Sonne genieße. Beppo leistet mir natürlich Gesellschaft dabei und kriegt ein bisschen von seinem Trailmix (True Nature, Gelenk-/ Kräuterpellets). Fabian durchkreuzt danach meine weiteren Pläne. Bestimmt teilt er mir mit: „Du musst eigentlich über die Schmalzgrubenscharte auf 2700m, um auf das Verwallmassiv zu gelangen. Vorhin kamen jedoch schon mehrere Wanderer zurück. Die Schneefelder sind noch zu gefährlich ohne Sicherung. Ich glaube, das wird heute nichts.“ Ohne mich zu ärgern, befolge ich den Rat eines Fachmannes und bin sogar ein wenig zufrieden darüber: Heute ist nämlich der einzige Tag, an dem ich zwei Nächte in meiner Unterkunft verbringen würde. Der Weg zurück nach Pettneu kommt mir deshalb gelegener, da ich am Ende des Wandertages nicht noch einmal den Rückweg mit dem Bus antreten muss, sondern direkt in meiner Unterkunft wäre. Deshalb leere ich genüsslich das Bier und trete mit Beppo danach wieder den Weg ins Tal an. Den gleichen Weg noch einmal zurück zu gehen, hat auch etwas Besonderes. Man kann die Anstrengung des Tages noch einmal nachfühlen und so hat unser Gang ins Tal auch etwas sehr Reflektives. Gut gelaunt geht es ins Tal, wo Beppo und ich den restlichen Abend auf der Couch chillen und – wie sollte es anders sein – grausam schlechtes Fernsehen konsumieren. Was bin ich froh, dass ich sonst kein Fernsehen schaue :-D

6. Video: von Pettneu am Arlberg bis zur Edmund - Graf - Hütte

Tag 7 – Von Ischgl zur Heidelberger Hütte

Dieser Tag begann ausnahmsweise mal mit einer Busfahrt. Da wir zunächst um das Verwallmassiv herum fahren mussten, um die andere Seite dieser gewaltigen Bergkette zu erreichen, ging es von Pettneu über Landeck nach Ischgl. Im Bus fand ich heraus, dass ich das restliche Futter von Futtershop.de in der Unterkunft vergessen hatte. Nachdem ich mich kurz geärgert hatte, war es nun unausweichlich, in der nächsten Unterkunft in Scuol in der Schweiz anderes Futter zu besorgen. In Ischgl angekommen nahm ich sofort war, dass in diesem Ort wirklich jeder Winkel auf den Tourismus ausgelegt ist. Die vielen Angebote für gutbetuchte Urlauber überforderten mich. „Komm Beppo, schnell wieder in die Natur!“, rief ich und schnell arbeiteten wir uns an Skiliften vorbei das Fimbatal höher hinauf. Es dauerte eine Weile, bis wir endlich auf Wege gelangten, die nicht für den Skitourismus gedacht waren und ab diesem Moment fühlten wir uns wieder wohler. Wir traten ein in das Reich der Murmeltiere, denn diese begleiteten uns ab jetzt permanent. Es war nicht immer einfach für Beppo, seinem Instinkt nicht zu folgen, denn am liebsten hätte er jedes Einzelne durch das immer enger werdende Tal gejagt. Aber im großen und ganzen war er sich schon bewusst, dass es keinen Sinn machte, diese flinken Wesen zu verfolgen. Sie waren einfach zu schnell. Wir überquerten die kaum wahrnehmbare EU – Grenze in die Schweiz und gingen weiter weiter auf einem Wirtschaftsweg bis zur Heidelberger Hütte, wo wir ein einfaches Zimmer bezogen.Aus dem Fenster genoss ich die Aussicht und beobachtete, wie sich die Murmeltiere an die Hütte heranschlichen, um Essensreste der Menschen abzugreifen. Später am Nachmittag setzte ich mich mit Beppo auf einen Felsen und schaute für eine Weile hinab ins Tal. Die Berge um uns herum wirkten magisch auf uns und in voller Vorfreude auf den nächsten Tag verbrachten wir so einige entschleunigende Stunden.

7. Video: Von Ischgl zur Heidelberger Hütte

Tag 8 – Von der Heidelberger Hütte über den Fimberpass ins Val Sinestra - Teil 1

Früh morgens um sechs mussten wir aufbrechen, um einem herannahenden Gewitter zuvor zu kommen. Wir stiegen den Fimberpass hinauf und erhielten auf 2700m eine Sicht auf das vor uns liegende „Val Sinestra“.

(Bildbeschreibung:Eine Blumenwiese mit einem Beppo unterhalb des Fimberpasses.)
Dies ist ein langes Nebental, dass in das Inntal (Oberengadin) übergeht. Auf dem Fimberpass treffen wir Birte und Heiko, zwei enthusiastische Trailrunner, mit denen wir etwa 500 Höhenmeter zusammen hinabsteigen. Wir haben gute Gespräche, jedoch trennen sich unsere Wege sofort, als der Weg wieder so breit ist, dass die beiden nebeneinander rennen können. Wir als Bergwanderer sind zu langsam für die beiden, die ohne mit der Wimper zu zucken einfach mal 30 Kilometer am Tag durch die Berge joggen. Das ist uns dann doch eine Spur zu aufregend. Langsamer, aber kontinuierlich folgen wir den Wanderwegen immer tiefer ins Tal.
(Bildbeschreibung:Eine Abkühlung am Fimberpass auf 2600m. Von hier aus geht es 1200m tiefer in das Val Sinestra, in dem die Leute ladinisch sprechen, die vierte Amtssprache der Schweiz.)
Es wird heißer und sind wir soeben noch vom Winter in den Frühling gelaufen, knallte der Sommer mit seinen Temperaturen jetzt richtig rein. Schatten suchend, wanden wir uns durch den Wald und hofften, an der ersten Bushaltestelle ins Tal fahren zu können. Fehlanzeige. Der nächste fuhr erst in einigen Stunden.

8. Video: Tag 8 – Von der Heidelberger Hütte über den Fimberpass ins Val Sinestra - Teil 1

Tag 8 – Von der Heidelberger Hütte über den Fimberpass ins Val Sinestra - Teil 1

Jedoch wies uns eine Mitarbeiterin des Hotels, an der sich die Haltestelle befand, darauf hin, dass in rund 35 Minuten ein Bus von der Ortschaft Vná aus fährt. Ohne zu zögern schaute ich auf die Karte und beschloss, zügig dort hin zu laufen. Ich bereitete Beppo darauf vor, dass es jetzt etwas anstrengender werden könnte und wir uns beide voll und ganz aufeinander verlassen mussten, wenn wir auf wieder enger werdenden Trails in Richtung Vná liefen. Zu den heißen Temperaturen kam jetzt noch die Schwüle dazu, wie sie kurz vor einem Gewitter üblich ist. Ich zog mir wieder das Tshirt um den Kopf, um mich vor der Sonne zu schützen und rannte fast auf den Pfaden, um den Bus um 14:00 Uhr noch zu erreichen.

(Bildbeschreibung:Im Val Sinestra.)
Keuchend und nach Kräften ringend schafften wir es zwei Minuten vor Abfahrt in den Bus. In steilen Serpentinen ging es dann hinab ins Tal, während wir Beppo und ich simultan keuchten und nach Luft schnappten. Umso zufriedener waren wir, als wir nicht unweit von der Jugendherberge, unserer Unterkunft für die Nacht, herausgelassen wurden.

(Bildbeschreibung:Im Val Sinestra.)
Diese war zwar klimatisiert, jedoch mussten wir noch zwei Stunden auf den Schlüssel für unser Zimmer warten, da die Rezeption nicht besetzt war. Erst ärgerte ich mich ein wenig, doch einige Minuten danach genossen wir beide einfach nur, vor dem Gewitter an einem sicheren Ort sein zu können und uns runter kühlen zu können. Nach der lang ersehnten Dusche ging ich in den Supermarkt und fand zähneknirschend Ersatz für unser Stamm-Futter von der Markus Mühle. Beppo schien das in seinem großen Hunger jedoch ziemlich egal zu sein und war einverstanden damit, dass es sein angestammtes Futter erst wieder in zwei Tagen – wenn wir unsere Tour hinter uns haben werden – Zuhause geben würde.

9. Video: Tag 8 – Ganz hinab ins heiße Val Sinestra - Teil 2

Tag 9 – Von Sur En durch das Val d'Uina bis zur Uinaschlucht - Teil 1

Von Scuol aus ging es durch das wilde Uinatal („Val d'Uina“) etwa 1200Hm hinauf bis zur Uinaschlucht. Diese Schlucht müssen wir durchqueren, um auf eine Hochebene zu gelangen, wo sich die Grenze der Schweiz und Italien befindet.

(Bildbeschreibung: Ein Blick auf die Uinaschlucht, die es zu durchqueren gilt.)
Die Uinaschlucht kann man jedoch nur durchqueren, indem man auf einem in den Berg gehauenen steilen Pfad vorsichtig höher gelangt. Die Steine sind sehr spitz und es herrscht permanente Absturzgefahr in die etwa zweihundert Meter tiefe Schlucht rechts von uns.

10. Video: Tag 9 – Von Sur En durch das Val d'Uina bis zur Uinaschlucht - Teil 1

Letzter Blogeintrag Tag 9 – Durch die Uinaschlucht über das Hochmoor in das Vinschgau  - Teil 2

Als wir einige hundert Meter auf dem Pfad unterwegs waren, bemerkte ich, wie Beppo mehr und mehr mit den spitzen Steinen zu kämpfen hatte. Es war Zeit für das großzügige Geschenk von Futtershop.de, ein Rettungsgeschirr, womit ich mir Beppo auf den Rücken schnallen konnte. Mit 40Kg auf dem Rücken ging es noch einige hundert Meter die Schlucht hinauf, von dessen Grund der tosende Gebirgsbach zu uns hinauf schallte.

(Bildbeschreibung: Der in den Stein gehauene Weg bei der Uinaschlucht. Hier musste ich Beppo mit dem Sicherheits-Geschirr tragen, da die Steine so spitz waren.)
Adrenalin machte sich in meinem Körper breit und nur so war es mir möglich, kontrolliert und relativ gesichert an das Ende der Schlucht zu gelangen. Hier breitete sich eine grüne Hochebene auf etwa 2300m vor uns aus. Umrahmt von schneebedeckten Dreitausendern machten wir uns auf, diese zu durchqueren. Wir bewegten uns auf einige Kilometer auf einer ausgedehnten Wasserscheide, die auf der flachen Ebene zu einem Hochmoor wurde. In der Wasseroberfläche der kleinen Seen reflektierte sich die Bergwelt und schaffte so eine magische Atmosphäre, in dessen Genuss wir für etwa zwei Stunden kamen. Völlig alleine mit meinem Hund in einem Hochmoor über Zweitausend Meter. Es scheint, als ob sich hier alles zusammenfügte, worauf wir die letzten sechs Tage hingearbeitet hatten. 7,1 Kilometer hinauf, 6,2 Kilometer hinab und etwa 115 Kilometer auf der Landkarte von Norden nach Süden. Bei der Überquerung der italienischen Grenze hinab in das Vinschgau nach Südtirol fiel all diese Anstrengung von uns ab. Leicht wie zwei Federn arbeiteten wir uns bis nach Schlinig vor, wo wir zwei nette Italiener ansprachen, die uns mit ins Tal nach Mals nahmen zu unserer letzten Unterkunft. Hier, kurz vor Meran wurde das Tal breiter. Es wurden Äpfel und Wein angebaut und überhaupt wirkte es hier viel mediterraner als die letzten Tage.
(Bildbeschreibung: Wasserfal im Schlinigtal im Vinschgau in Südtirol.)
Etwas unspektakulär reichte ich meinem Wanderkumpel Beppo die Hand und er hielt mir seine Pfote entgegen. „Danke für das Abenteuer!“, sagte ich. Er leckte mir über die Hand und wenn ich ganz genau hin sah, erkannte ich an seiner Körpersprache, dass dieses Abenteuer mal wieder nur die Vorbereitung für etwas noch Größeres war... Aber was das sein wird, erfahren wir wohl beide erst in näherer Zukunft. Jetzt machten wir uns erst einmal daran, nach Hause zurück zu kehren. Dort gab es dann wieder Beppos Lieblingsfutter,True Nature und sein Bett, dass er ausgiebig nutzte, um sich zu regenerieren. Und ich? Ich wollte alles Andere als entspannen. Ich war erst richtig angefixt und kann es kaum erwarten, die nächsten hundert Kilometer zu laufen. Wenn da nur dieser Alltag nicht wäre... 
Wie auch immer, bis zum nächsten Mal in einem neuen Abenteuer mit der Markus Mühle und Futtershop.de :)

11. Video: Tag 9 – Das letzte Video zum Abenteuer "Alpenüberquerung" - Teil 2

Bye, bye, bis zum nächsten Abenteuer! <3

(Anmerkung der Redaktion: Lieber Lars, lieber Beppo! Vielen herzlichen Dank, dass wir bei diesem Abenteuer mit dabei sein durften! Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Ein dickes, dickes Dankeschön auch für die tollen Videos und Bilder, die uns euch näher gebracht haben. Macht unbedingt weiter so und meldet euch sehr, sehr gerne, wenn wir euch wieder unterstützen können!)

Das Abenteuer-Gewinnspiel 2023


Im Rahmen der Alpenüberquerung habt ihr die Möglichkeit einige tolle Preise zu gewinnen.

Wir stellen euch drei Fragen, deren Antwort ihr uns per E-Mail an: gewinnspiel@futtershop.de senden könnt.

Jede korrekt beantwortete Frage ist ein Los im Topf.


 UPDATE 01.09.2023: Soeben wurden alle Gewinner per E-Mail benachrichtigt.
Die Fragen:
Die 1. Frage:

Für welches natürliche "Phänomen" würde Beppo wahrscheinlich den Gipfel sausen lassen und stattdessen lieber alle viere von sich gestreckt die Bergidylle genießen?

Die Antwort findet ihr im vierten Video (1. Teil).
Die 2. Frage:

Warum mussten Lars & Beppo im Malfontal wieder umkehren?

 Die Antwort findet ihr im 6. Video .
Die 3. Frage:

Welches hübsche Tierchen hat es sich auf Beppos Rücken bequem gemacht?

Die Antwort findet ihr im 9. Video.

Sendet uns die Lösung und eure Adresse per E-Mail an: gewinnspiel@futtershop.de
Das gibt's zu gewinnen:
Hauptpreis:

1 x 100 € Gutschein von WOOFSHACK - For Action Dogs (Outdoor Hundeausrüstung)
1 x 15 kg Trockenfutter der Markus-Mühle eurer Wahl
1 x Ergänzer von LUPOSAN eurer Wahl (mittlere Inhaltsgröße)

 2. Platz:

1 x 50 € Gutschein von WOOFSHACK - For Action Dogs (Outdoor Hundeausrüstung)
1 x 5 kg Trockenfutter der Markus-Mühle eurer Wahl
1 x Ergänzer von LUPOSAN eurer Wahl (mittlere Inhaltsgröße)

3. Platz

1 x 25 € Gutschein von WOOFSHACK - For Action Dogs (Outdoor Hundeausrüstung)
1,5 kg Trockenfutter der Markus-Mühle
1 x einen kleinen Ergänzer von LUPOSAN eurer Wahl
Teilnahmebedingungen:
Teilnahme ab 18 Jahren. Teilnehmer-Anschrift muss innerhalb Deutschlands & Österreich liegen. Keine Barauszahlung möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden per Zufallsprinzip ermittelt und von uns via E-Mail informiert. Hinweis: Der Schutz eurer Daten ist uns wichtig. Wir verwenden eure Daten (Anschrift & E-Mail-Adresse) ausschließlich, um die Gewinner zu ermitteln, anschließend zu benachrichtigen und die Preise zu versenden.
Teilnahmeschluss: 27.08.2023 | 23:59 Uhr
VIEL GLÜCK!

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Autoren Bild
Lars & Beppo
Über den Autor
Wissenswertes über Lars & Beppo Lars Korff ist 33 Jahre alt und stammt gebürtig aus Köln. Er ist Minimalist und bezeichnet sich selbst als Idealist. Aktuell befindet er sich beruflich in einer Weiterbildung und ist danach Erlebnispädagoge in der Fachrichtung Bergwandern. 12 Schon bevor Beppo in sein Leben trat war das Reisen eine seiner größten Leidenschaften. Aus eingangs genannten Gründen natürlich am liebsten einfach mit Rucksack. So ist er z. B. schon einmal von Köln in den Iran getrampt. Flugreisen und All-Inclusive Angebote lassen ihn kalt, denn er möchte die Einheimischen wirklich kennenlernen und die Natur erkunden. Beppo, der Terrier Mischling stammt vom bosnischen Tierschutz und ist nun seit zwei Jahren Lars‘ stetiger Begleiter. Benannt wurde Beppo übrigens nach dem Straßenkehrer in Michael Endes Geschichte „Momo“. Wenn ihr den Blog und die dazugehörigen Videos mitverfolgt wisst ihr ja bereits, dass der struppige Terrier Kinder über alles liebt. Das könnte auch an seiner Vergangenheit in Bosnien liegen, denn dort hielt er sich hauptsächlich vor der Schule auf, wartete auf die Kinder, um mit ihnen zu spielen. Böse Zungen würden behaupten, dass er des Öfteren auch Essen gemopst hat, was wohl dazu geführt habe, dass er seine Zeit in einem Tierheim fristen musste, bis zu dem Tag, als Lars in dort sah und das Schicksal oder der Zufall zuschlug! Wie ein Blitz! 12  Und weil es so schön passt, möchten wir diesen Blogeintrag gerne mit einem Auszug aus Michael Endes „Momo“ abschließen, in dem der alte Straßenkehrer Beppo seiner Freundin Momo sein Geheimnis verrät: „Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.“