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Kategorie Angebote (Futterproben/Sparpakete) ausgeschlossen.

Bewegungsapparat des Hundes verstehen – Active Paws Academy
Expertenwissen
13 Min
am 22.05.26

Bewegungsapparat des Hundes verstehen – Active Paws Academy

„Der Körper deines Hundes spricht – hörst du richtig hin?“

Wenn man mit Sarah spricht, merkt man ziemlich schnell, dass hier jemand nicht einfach nur Hundetraining macht, sondern den Hund ganzheitlich versteht – in Bewegung, im Alltag und im Detail.

Gemeinsam mit ihren Hunden Bärbel und Momo lebt sie genau diesen Ansatz jeden Tag und nutzt ihre eigenen Vierbeiner gleichzeitig als wichtige Lehrmeister auf ihrem Weg.

Ich kenne Sarah persönlich und schätze vor allem ihren Blick auf den Hundekörper. Sie schaut nicht nur darauf, ob etwas funktioniert, sondern wie es funktioniert. Und genau das macht den Unterschied.

Vor allem dann, wenn es um Bewegung, Belastung und den Bewegungsapparat geht, bringt sie eine Perspektive mit, die man so im Hundetraining nur selten findet.

Inhaltsverzeichnis: 

Wer ist Sarah und was ist die Active Paws Academy?

Marcel:
Kurz für alle, die dich noch nicht kennen: Wer bist du, was ist die Active Paws Academy – und was ist deine Mission? Und keine Angst: Es muss kein Bewerbungsanschreiben werden. Einfach so, dass auch der müde Hunde- Hobbysportler nach dem dritten Kaffee versteht, warum er weiterlesen sollte. 

Sarah:
Ich bin Sarah, Gründerin der Active Paws Academy – Physiotherapeutin und Hundetrainerin. Und wahrscheinlich die Person, die auf Videos erstmal nicht den Trick anschaut … sondern die Hüfte 😄 

Meine Mission ist eigentlich ganz simpel: Ich möchte Menschen beibringen, ihren Hund wirklich zu sehen. Nicht nur: „Hat funktioniert.“ Sondern: Wie bewegt sich mein Hund dabei eigentlich? Was sagt mir der Körper des Hundes? Und ist das wirklich gesund?

Hundetraining neu gedacht: Bewegung und der Körper des Hundes

Marcel:
Du kommst ja ursprünglich aus der Menschen-Physio- und Bewegungswelt – also aus einer Welt, in der Menschen zumindest sagen können, wenn ihnen etwas weh tut.
Beim Hund ist das anders: Der macht oft einfach weiter und passt seine Bewegung an, ohne dass wir direkt merken, dass etwas nicht stimmt. Was war dein persönlicher Aha-Moment, als du angefangen hast, Hundetraining genau durch diese Bewegungs- und Körperperspektive zu betrachten?

Sarah:
Mein Aha-Moment war, als ich aufgehört habe, Hundetraining nur als „Training“ zu sehen.
Früher dachte ich: Sieht gut aus = passt schon.
Bis ich angefangen habe, Bewegungen wirklich zu analysieren. Seitdem sehe ich überall: Hunde, die kompensieren. Hunde, die Bewegungen überspringen. Hunde, die funktionieren – aber nicht gesund arbeiten. Der Bewegungsapparat des Hundes erzählt oft eine ganz andere Geschichte als das, was wir von außen sehen.

Warm-up, Belastung und Bewegung im Hundetraining

Marcel:
Das passt ja direkt dazu: Im Hundesport sind wir oft extrem genau, wenn es um Details geht – zum Beispiel, ob der Hund in der Grundstellung ein paar Millimeter zu weit vorne sitzt.

Beim Thema Warm-up sieht es dagegen häufig anders aus. Da wird kurz sortiert, vielleicht einmal gelöst – und dann soll der Körper direkt funktionieren und Leistung bringen. Auf deiner Seite betonst du ja, dass Warm-up, sportspezifische Belastung und auch die passende Ernährung viel zu selten wirklich mitgedacht werden.

Was wird dabei am häufigsten unterschätzt? Und sind wir oft zu sehr im Modus: „Der Hund wirkt motiviert – also wird der Körper das schon schaffen“

Sarah:
Viele unterschätzen, wie anspruchsvoll Bewegung beim Hundetraining wirklich ist. Gerade präzise Übungen wirken oft klein – sind aber für den Körper anspruchsvoll: enge Wendungen, schnelle Richtungswechsel oder saubere Positionen. Motivation ersetzt keine Vorbereitung. Gerade im Hundesport sehen manche Übungen klein aus — aber biomechanisch sind sie richtig anspruchsvoll. Präzise Fußarbeit. Schnelle Wechsel. Enge Wendungen.

Das ist ein bisschen wie: „Ist doch nur Treppensteigen.“ … bis du plötzlich zehn Stockwerke sprinten sollst 😄
Und genau deshalb reicht Motivation alleine halt nicht immer.

Der Körper braucht:

  • gezieltes Aufwärmen
  • passende Belastung und 
  • ausreichend Regeneration

Und ehrlich gesagt manchmal auch besseres Futter als einfach „passt schon irgendwie“-Trockenfutter aus der Ecke.

Den Bewegungsapparat des Hundes verstehen lernen

Marcel:
Du sagst ja, man muss lernen, den Hundekörper wirklich zu lesen. Und ich glaube, viele von uns kennen das: Irgendwas sieht komisch aus, aber man redet sich erstmal ein, der Hund hätte nur einen schlechten Tag.

Was haben deine eigenen Hunde, Bärbel und Momo, dir über Struktur, Belastbarkeit und dieses „den Körper lesen“ beigebracht?

Sarah:
Dass wir genauer hinschauen müssen.
Viele Hunde zeigen früh, wenn etwas nicht stimmt – über ihre Bewegung.
Kleine Veränderungen im Bewegungsablauf sind oft die ersten Hinweise: 

  • steifer Gang
  • ungleichmäßige Belastung
  • veränderte Haltung 

Der Körper des Hundes „spricht“ ständig mit uns. 

Bärbel und Momo waren wahrscheinlich meine ehrlichsten Lehrer. Sie haben mir gezeigt: Nur weil ein Hund arbeitet, heißt das nicht automatisch, dass es ihm körperlich gut geht. Besonders deutlich wurde mir das bei einer Situation mit Bärbel.
Bärbel hatte nach einem Beißvorfall laut Bildern angeblich „nichts“. Aber sie lief einfach komisch. Steifer. Unrunder. Nicht wie sie selbst. 

Und genau das ist das Problem: Viele Hunde sagen dir früh, dass etwas nicht stimmt. Nur eben nicht mit Worten — sondern über Bewegung. 

Am Ende waren ein Kreuzband angerissen und Wirbel blockiert. Seitdem vertraue ich kleinen Veränderungen oft mehr als einem „Ach wird schon wieder.“

Die wichtigste Warm-up-Regel im Hundetraining

Marcel:
Jetzt mal für alle, die am Hundeplatz chronisch zu spät dran sind, den Kaffee noch in der Hand haben und deren Hund schon voller Energie ist: Wenn du nur eine einzige Warm-up-Regel an Sportler weitergeben dürftest – welche wäre das? Also die eine Sache, bei der du sagst: „Wenn es schnell gehen muss, dann achtet zumindest darauf.“

Sarah:
Wenn ich nur eine Sache sagen dürfte: Hört auf, direkt von 0 auf 100 zu starten 😄 Viele Hunde gehen vom Auto quasi direkt in: Vollgas. Springen. Drehen. Arbeiten. Aber genau da liegt das Problem.

Der Körper braucht erstmal Orientierung:

  • Wo ist mein Gewicht?
  • Wie stabil bin ich heute?
  • Wie fühlt sich Bewegung gerade an?

Ein gutes Warm-up im Hundetraining ist nicht „ein bisschen rumlaufen“.

Es ist eher: „Hey Körper, wir brauchen dich gleich.“

Frühe Warnzeichen im Bewegungsverhalten erkennen

Marcel:
Welche typischen Signale werden oft übersehen?

Sarah:
Zum Beispiel: Bewegungen wirken plötzlich mühsamer der Hund wirkt „schief“.
Bewegungen werden abgekürzt oder unsauber, bekommen kleine „Hüfper“.

Viele denken: „Der ist heute müde.“ Oft ist es aber der Körper, der kompensiert. 

Oder anders gesagt: Der Körper findet IMMER einen Weg. 

Die Frage ist nur: Ist es ein guter Weg - oder schon die erste Kompensation?

Übungen im Hundetraining richtig einschätzen

Marcel:
Viele denken bei körperlicher Belastung im Hundetraining zuerst an die offensichtlichen Dinge wie Sprünge, Sprints oder enge Wendungen – also Bewegungen, die direkt eine hohe Belastung für Gelenke und Muskulatur darstellen. Dabei wird oft unterschätzt, dass auch vermeintlich kleine oder alltägliche Übungen im Hundetraining den Bewegungsapparat stark fordern können – gerade dann, wenn sie häufig wiederholt werden oder die körperliche Grundlage fehlt. Vor allem Gelenke und Muskeln reagieren ja sensibel auf solche Dauerbelastungen. Gibt es eine konkrete Übung oder Sequenz, bei der du besonders genau hinschaust, weil sie aus deiner Sicht häufig unterschätzt wird und langfristig zu Problemen im Bewegungsapparat führen kann?

Sarah:
Ja – Positionswechsel wie Platz → Steh. Das wirkt simpel, ist aber biomechanisch anspruchsvoll. Der Hundekörper denkt dann: „Okay wow, wir brauchen Kraft, Stabilität, Koordination und bitte alles gleichzeitig.“ 😄 Und genau da sieht man oft kleine Tricks vom Körper: Der Hund zieht sich vorne hoch. Hüpft leicht schief rein. Schiebt die Hinterhand raus. Oder „mogelt“ sich irgendwie in die Position. Das Problem ist meistens nicht die Übung selbst. Sondern tausend Wiederholungen ohne die körperliche Grundlage dafür.

Der Körper ist nämlich ziemlich kreativ darin, Aufgaben irgendwie zu lösen. Auch wenn’s langfristig nicht die beste Idee ist.

Bewegung und Ernährung beim Hund – warum beides zusammengehört

Marcel:
Ein Satz von dir ist mir direkt hängen geblieben: „Movement and nutrition are inseparable.“
Das beschreibt ja sehr gut, wie eng Bewegung und Ernährung beim Hund miteinander zusammenhängen – wird im Alltag aber oft getrennt betrachtet. Wenn wir das einmal praktisch runterbrechen: Was bedeutet das konkret im Training? Und was verändert sich für den Hundekörper zwischen einem intensiven Trainingstag und einem ruhigeren Recovery-Tag? 

Sarah:
Für mich gehören Bewegung und Ernährung einfach zusammen. Der Körper arbeitet ja nicht jeden Tag gleich – und genau das wird im Alltag oft unterschätzt. Ein intensiver Trainingstag ist für den Hundekörper etwas komplett anderes als ein ruhiger Recovery-Tag. An Trainingstagen braucht der Körper vor allem: 

  • ausreichend Energie
  • eine gute Versorgung der Muskulatur und 
  • Unterstützung bei der Regeneration nach Belastung

An ruhigeren Tagen verschiebt sich der Fokus eher auf die Grundlagen: 

  • eine stabile Verdauung
  • eine ausgeglichene Entzündungsregulation und 
  • ein möglichst stabiles Stresslevel 

Viele schauen beim Thema Ernährung nur darauf: „Was füttere ich meinem Hund?“ 

Aber die eigentlich entscheidende Frage ist oft:
„Passt das überhaupt zu dem, was der Körper gerade leisten muss?“

Regeneration und gesunde Bewegung beim Hund

Marcel:
Du hast jetzt schon mehrfach gesagt: Training ist im Grunde nur der Reiz – und der eigentliche Fortschritt entsteht danach, in der Regeneration. Trotzdem versuchen viele im Hundetraining, Probleme eher über mehr Wiederholungen und mehr Training zu lösen, anstatt dem Körper Zeit zur Verarbeitung zu geben.

Wenn du Regeneration beim Hund einmal priorisieren müsstest: Welche Faktoren stehen für dich wirklich an erster Stelle? 

Sarah: 
Das Wichtigste für Regeneration? Ehrlich gesagt die unspektakulären Grundlagen 😄 

Allen voran: 

  • Schlaf
  •  Ruhe und 
  • ein stabiles Stresslevel 

Das sind die Dinge, die im Alltag oft unterschätzt werden, obwohl sie die Basis für alles sind, was der Körper leisten kann. 

Viele hoffen stattdessen auf schnelle Lösungen: die eine Behandlung, das eine Supplement, oder irgendein „Wundermittel“. Aber ein Hundekörper, der dauerhaft unter Strom steht, kann Training einfach nicht sauber verarbeiten – egal, was man zusätzlich zufüttert. 

Im nächsten Schritt kommt für mich dann Bewegung – 
aber in einer ganz anderen Form als im Training:

  • lockere Spaziergänge 
  • ruhige, gleichmäßige Bewegung 
  • leichte Mobilisation 

Also alles, was den Körper in Bewegung hält, ohne ihn zusätzlich zu belasten.
Der Körper braucht dafür vor allem eins: Rhythmus.
Nicht dieses ständige Wechselspiel aus: Vollgas – Pause – Vollgas – Pause 

Sondern einen klaren, ruhigen Ablauf, in dem Belastung und Erholung sich sinnvoll ergänzen. Und erst danach kommen für mich zusätzliche Maßnahmen wie Supplements oder gezielte Unterstützung. Die können in bestimmten Phasen absolut sinnvoll sein – zum Beispiel bei erhöhter Belastung, im Aufbau oder in intensiven Trainingszeiten. Aber sie ersetzen keine saubere Regeneration, sondern unterstützen sie nur.

Darm und Nervensystem beim Hund – unterschätzte Faktoren im Training

Marcel:
Darm und Nervensystem finde ich im Hundesport extrem spannend. Gerade auf Turnieren sieht man ja Hunde (gerade bei mir selbst momentan), die körperlich eigentlich bereit wären, aber innerlich wirken, als hätten sie Windows 98 im Kopf und zehn Programme offen. Was beobachtest du in intensiven Trainings- oder Turnierphasen am häufigsten?

Sarah:
Das wird im Hundesport total unterschätzt. Viele Hunde sind körperlich eigentlich fit – aber innerlich komplett im Ausnahmezustand. Und genau da reagieren Darm und Nervensystem oft extrem schnell. 

Typische Anzeichen sind zum Beispiel: 

  • empfindliche Verdauung 
  • schlechteres Runterfahren nach Belastung 
  • mehr Überdrehen und innere Unruhe 
  • erhöhtes Stresslevel und 
  • insgesamt schlechtere Regeneration 

Der Körper ist eben kein getrenntes System. Stress bleibt nicht einfach „im Kopf“, sondern wirkt sich direkt auf den gesamten Hundekörper aus – auch auf Verdauung und Bewegung. Gerade in intensiven Trainingsphasen oder auf Turnieren sieht man deshalb häufig, dass Hunde weniger stabil werden – obwohl sie eigentlich gut vorbereitet wären. 

Und manchmal helfen tatsächlich die simpelsten Dinge am meisten: 

  • mehr Rhythmus im Alltag 
  • bewusst eingeplante Ruhephasen 
  • verlässliche Routinen 
  • gut verträgliches Futter und 
  • insgesamt weniger Dauer-Action 

Denn der Körper braucht nicht nur Training – sondern auch die Möglichkeit, wieder runterzufahren und sich zu regulieren.

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Futter & Unterstützung für aktive Hunde

Marcel:
Woran erkennt man gutes Futter für aktive Hunde? 
Was ist dir persönlich beim Grundfutter für Sport- und Working-Dogs am wichtigsten?

Sarah:
Gutes Futter soll den Körper wirklich versorgen und nicht nur satt machen. 

Wichtig sind: 

  • Verdaulichkeit
  • stabile Energieversorgung
  • passende Proteinquellen 

Denn der schönste Trainingsplan bringt wenig, wenn der Körper daraus am Ende gar nicht richtig arbeiten kann. Der Körper kann nur mit dem arbeiten, was tatsächlich ankommt.

Zufütterung beim Hund – wann Supplements wirklich sinnvoll sind

Gezielte Unterstützung statt „Glitzerpulver“

Marcel:
Jetzt mal ehrlich: Viele von uns haben irgendwo eine Dose, ein Pulver oder ein Öl stehen, das wir gekauft haben, weil irgendwo stand: „unterstützt Gelenke, Fell, Darm und am besten gleich alles auf einmal.“ Wann macht Zufütterung beim Hund für dich wirklich Sinn – und wann ist es eher unnötig?

Sarah:
Ich glaube, inzwischen besitzt jeder Hundesportler irgendwo mindestens drei Pulver, zwei Öle und irgendeine Dose, bei der keiner mehr genau weiß, warum sie eigentlich im Schrank steht 😄

Supplements können absolut sinnvoll sein. Aber eben nur, wenn sie wirklich einen Zweck erfüllen. Nicht einfach, weil es sich gut anhört oder „gerade empfohlen wurde“.

Gerade im Bereich Hundetraining und Bewegung sehe ich oft, dass Hunde entweder:

  • unnötig viel bekommen
  • oder genau das fehlt, was der Körper gerade wirklich braucht

Besonders bei jungen Hunden wird häufig vorsorglich zu viel gegeben – dabei ist mehr nicht automatisch besser.
Sinnvoll wird Zufütterung immer dann, wenn sie sich am tatsächlichen Bedarf orientiert:

  • Was leistet der Hund gerade?
  • Wie sieht die Belastung aus?
  • Und wo braucht der Hundekörper gezielte Unterstützung?

Ich finde deshalb: Bevor man wahllos Produkte kauft, lieber einmal gut hinschauen oder sich beraten lassen. Dann weiß man: Was braucht mein Hund wirklich – und was ist einfach nur teures "Glitzerpulver" fürs schlechte Gewissen?

Häufige Baustellen im Hundekörper – worauf es wirklich ankommt

Gelenke, Regeneration und Darmgesundheit im Fokus

Marcel:
Wenn du das mal auf Wirkstoff-Themen runterbrichst: Welche Bereiche sind bei aktiven Hunden besonders relevant?

Sarah:
Die häufigsten Themen bei aktiven Hunden sind für mich: 

  • Gelenke und Bewegungsapparat
  • Regeneration nach Belastung
  • Darmgesundheit und 
  • Stressresilienz 

Und ehrlich gesagt hängt meistens sowieso alles zusammen. Wenn ein Bereich im Hundekörper nicht stabil läuft, merkt man das oft zuerst in der Bewegung: Der Hund regeneriert schlechter, wird schneller müde, bewegt sich anders oder wirkt einfach „nicht ganz rund“. 

Der Hundekörper spricht ständig mit uns – wir müssen nur lernen, die Signale richtig einzuordnen. Und genau hier kann es sinnvoll sein, gezielt zu unterstützen, statt einfach „irgendwas dazuzugeben“.

Omega-3 beim Hund – gezielte Unterstützung für Bewegung und Regeneration

Warum nicht jedes Öl gleich wirkt

Marcel:
Kommen wir zu Omega-3. Viele geben einfach etwas Öl übers Futter – in dem Gefühl, dem Hund etwas Gutes zu tun. Aber worauf kommt es wirklich an? Und warum macht es einen Unterschied, welche Quelle man verwendet?

Sarah:
Omega-3 ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur darauf ankommt, dass man etwas gibt – sondern was genau. Wichtig sind vor allem die Fettsäuren EPA und DHA.

Die kann der Körper direkt nutzen, zum Beispiel für:

  • Entzündungsregulation
  • Regeneration
  • und die Unterstützung des Bewegungsapparats

Und genau deshalb macht es einen Unterschied, woher das Omega-3 kommt. Leinöl wird oft genannt – das Problem ist aber, dass Hunde daraus nur sehr wenig tatsächlich umwandeln können. Deshalb arbeite ich in der Praxis eher mit Fischöl oder Algenöl.

Und zusätzlich sollte man auch an Vitamin E denken, weil diese Fettsäuren im Körper geschützt werden müssen – besonders bei Hunden, die regelmäßig belastet werden.

Am Ende geht es also nicht einfach um „ein bisschen Öl übers Futter“. Sondern darum, den Hundekörper gezielt zu unterstützen – vor allem in Phasen von Training, Belastung und Regeneration.

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Real Talk: Häufige Fehler im Hundetraining

Marcel:
Ich mag ja ehrliche Sätze, die kurz weh tun, aber langfristig mehr bringen als noch zehn Wiederholungen mit Tunnelblick. Was ist dein liebster Real Talk für Sportler? Welche Abkürzung funktioniert im Hundesport einfach nie?

Sarah:
Mehr Training ersetzt keine Struktur. Wenn Bewegungen falsch aufgebaut sind, verstärkt Wiederholung oft nur das Problem. Das ist ein bisschen wie: Die Motorkontrollleuchte ignorieren und einfach lauter Musik anmachen. Der Körper lässt sich erstaunlich lange austricksen. Aber irgendwann fordert er die Rechnung trotzdem ein. Und dann kostet es nicht nur Geld - sondern vor allem Lebensqualität!

Kleine Übungen mit großer Wirkung im Alltag

Marcel:
Zum Abschluss mal für alle, die nicht jeden Tag ein 45-minütiges Körperprogramm machen, weil irgendwo zwischen Arbeit, Leben, Kindern, Training und mentalem WLAN-Ausfall noch ein bisschen Realität stattfindet:

Welche drei Mini-Routinen von zwei bis fünf Minuten bringen über Wochen und Monate deiner Erfahrung nach den größten Effekt?

Sarah:
Die größten Veränderungen kommen oft nicht durch die fancy Sachen. 

Sondern durch kleine Dinge, die man regelmäßig macht: 

  • 2 Minuten Rückwärtslaufen 
  • ruhige Targetarbeit
  • bewusstes Beobachten des Hundes Nicht nebenbei. 

Nicht während man halb auf TikTok hängt. Sondern bewusst: Wie steht er heute? Wie bewegt er sich? Fällt mir irgendwas anders auf? Diese Mini-Routinen wirken erstmal unspektakulär. Aber genau sowas verändert langfristig unglaublich viel.

Training und Bewegung bei älteren Hunden

Marcel:
Viele „alte Hasen“ im Hundesport sind ja nicht einfach nur alt – sie bringen unglaublich viel Erfahrung mit, brauchen aber oft auch eine andere Form von Unterstützung als in jüngeren Jahren. 

Was ist für dich der größte Gamechanger, damit ältere Hunde im Training und Sport lange gesund aktiv bleiben?
Geht es dabei wirklich darum, weniger zu machen – oder eher darum, Training, Bewegung und Belastung besser an den älter werdenden Hundekörper anzupassen?
Und worauf sollte man gerade bei Gelenken, Muskulatur und Regeneration besonders achten?

Sarah:
Der größte Fehler bei älteren Hunden im Training ist oft: entweder komplett so weiterzumachen wie in jungen Jahren – oder sie plötzlich so zu behandeln, als dürften sie sich am besten gar nicht mehr richtig bewegen. Dabei profitieren gerade ältere Hunde und Seniorhunde enorm von gezielter Bewegung. Der Unterschied liegt nicht darin, ob sie sich bewegen – sondern wie Bewegung und Training aufgebaut sind.

Sie brauchen:

  • mehr Struktur im Training
  • eine bessere Vorbereitung des Körpers
  • und vor allem mehr Regeneration zwischen den Belastungen

Und deutlich weniger dieses: „Komm, wird schon.“

Der größte Gamechanger ist für mich deshalb: Belastung gezielt steuern – statt Bewegung einfach zu reduzieren.

Viele ältere Hunde können körperlich noch unglaublich viel leisten, wenn man den Hundekörper entsprechend darauf vorbereitet und unterstützt. Ein ganz wichtiger Punkt wird dabei oft unterschätzt: Hunde bauen – genau wie wir Menschen – im Alter relativ schnell Muskelmasse ab.

Gleichzeitig dauert es deutlich länger, diese Muskulatur wieder aufzubauen oder zu erhalten. Und genau deshalb sind regelmäßige, gezielte Übungen im Hundetraining so wichtig – gerade für Seniorhunde.

Kurze Kräftigungseinheiten, angepasst an den individuellen Zustand des Hundes, mehrmals pro Woche können einen enormen Unterschied machen: für Stabilität, Beweglichkeit und den gesamten Bewegungsapparat.

Denn am Ende geht es nicht darum, weniger zu machen – sondern dem Körper die richtige Unterstützung zu geben, damit er auch im Alter gesund in Bewegung bleiben kann.

Kurzum - ältere Hunde profitieren besonders von:

  • gezieltem Training
  • Aufbau von Muskulatur
  • angepasster Belastung

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Mythos im Hundetraining – sind ältere Hunde im Sport wirklich „durch“?

Marcel:
Zum Abschluss noch ein Mythos-Killer. Welcher Satz im Hundesport lässt dich direkt stutzig werden – weil du weißt, dass er so einfach nicht stimmt? Oder anders gefragt: Bei welcher Aussage würdest du am liebsten einmal ruhig erklären, was im Hundekörper tatsächlich passiert – und warum genau dieser Gedanke oft problematisch ist?

Sarah:

Ein Satz, bei dem sich mir sofort die Zehennägel hochrollen, ist: „Der ist halt schon sieben.“
Oder: „Sporthunde sind mit fünf eh durch.“ Und ehrlich? Das regt mich wirklich auf 😄
Nicht, weil Alter keine Rolle spielt – natürlich verändert sich der Hundekörper mit der Zeit. Aber viele Hunde sind nicht „alt“, sondern einfach über Jahre hinweg unter ungünstigen Bedingungen trainiert worden: mit zu viel Belastung, zu wenig Vorbereitung und zu wenig Regeneration.

Der Bewegungsapparat des Hundes passt sich immer an das an, was wir ihm vorgeben. Das Problem ist deshalb oft nicht der Sport selbst – sondern die Art, wie trainiert wird. 

Was häufig fehlt, sind genau die Grundlagen: 

  • ein sauberes Warm-up 
  • ausreichende Regeneration 
  • ein gutes Körpergefühl beim Hund 
  • und eine bewusst gesteuerte Belastung

Alles Dinge, die im Alltag schnell untergehen, weil sie nicht „spektakulär“ aussehen oder Zeit kosten.

Ich kenne viele ältere Hunde, die körperlich stabiler und sauberer arbeiten als manche jungen Hunde, die einfach nur irgendwie „durchgezogen“ wurden.
Deshalb sollte die entscheidende Frage nie sein: „Wie alt ist der Hund?“
Sondern vielmehr: „Wie gut wurde der Körper auf das vorbereitet, was er leisten soll?“

Fazit: Den Hundekörper wirklich verstehen

Marcel:
Sarah, vielen Dank für deine Zeit und deinen Blick auf dieses Thema. Ich glaube, genau dieser Perspektivwechsel tut dem Hundesport und auch den Hobbysportlern richtig gut.

Normalerweise stellen mir die Interviewpartner am Ende noch eine Frage zurück – aber ich finde deine Informationen in diesem Gespräch so wichtig, dass ich das Interview bewusst für sich stehen lassen möchte, denn meistens bleibt genau das Ende im Kopf.

Nicht immer nur fragen: „Wie bekomme ich noch mehr Leistung aus dem Hund raus?“

Sondern auch mal ehrlich fragen: „Hat der Körper überhaupt die Chance, diesen Wahnsinn gesund mitzumachen?“


Neugierig geworden? Dann schaut unbedingt bei Sarah und Marcel auf Instagram vorbei – dort bekommt ihr viele spannende Einblicke und Videos direkt aus den Trainingseinheiten 👇

@ACTIVE.PAWS.ACADEMY | @UNLEASH_DOGSPORT

Autoren Bild
Marcel
Über die Autorin / den Autor
Hi, ich bin Marcel – Hundetrainer, Sportler und Papa von Zwillingen. Mit meinen drei Hunden Luna, Sammy und Jackie lebe ich einen strukturierten, sportlichen Alltag, in dem Beziehung, Klarheit und Verantwortung an erster Stelle stehen. Im Hundesportverein begleite ich Teams vom Rüpelalter bis zur Begleithundprüfung, sportlich fühle ich mich im Turnierhundesport zuhause. Mit unleash_dogsport verbinde ich Training und individuelle Hundeernährung zu einem ganzheitlichen Ansatz. Für mich entsteht Leistung nie durch Druck, sondern durch Balance – im Alltag, im Training und im Napf. Mein Leitsatz: Training ist Beziehung. Ernährung ist Fundament.
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Markus-Mühle BLACK ANGUS Senior 5 kg
Hundetrockenfutter für ältere Hunde
  • Senior
  • Für große Hunde ab 6 Jahren
  • Für kleine Hunde ab 7 Jahren
  • Sorgt für einen kerngesunden Zellschutz
  • Versorgt die Organe bis ins hohe Alter
24,00 €*

Inhalt: 5 Kilogramm (4,80 €* / 1 Kilogramm)

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5.00/5.00
LUPO COX VITAL 375 g
Für wichtige Organ- und Körperfunktionen
  • Vitalstoffreich
  • B-Vitamine
  • Cholin
  • Muschelfleisch
  • Zink
ab 16,99 €*

Inhalt: 0.375 Kilogramm (75,97 €* / 1 Kilogramm)

Verfügbar, Lieferzeit 2-3 Tage